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Die meiaudo-Wahlprüfsteine

8 Fragen an die Oberbürgereisterkandidat:innen zur Mobilität in Bamberg.

Am 8. März wird in Bamberg nicht nur der Stadtrat sondern auch der Oberbürgermeister gewählt. meiaudo hat allen 8 Kandidat:innen am 21. Januar per E-Mail die gleichen Fragen bezüglich Mobilität in Bamberg gestellt und bis zum 28. Januar um Antwort gebeten.

Hier sind die Antworten in einer komprimierten Grafik zusammengefasst:

Logo Antworten Wahlprüfsteine

 

k.A. = Es ging innerhalb gesetzter Frist und auf weitere Nachfrage keine Antwort ein.

 

Und hier im vollständigen Wortlaut:

Hans-Günther Brünker (Volt)

Ja. Der Ausbau einer sicheren, durchgängigen Radverkehrsinfrastruktur ist ein zentrales Element des vom Stadtrat beschlossenen Verkehrsentwicklungsplans der Stadt Bamberg, den ich ausdrücklich unterstütze.

Dabei geht es nicht um ein Gegeneinander der Verkehrsträger, sondern um ein besseres Miteinander. Insbesondere auf stark belasteten Straßen sind baulich getrennte oder klar geschützte Radwege notwendig, um Sicherheit und gegenseitige Rücksichtnahme für alle Verkehrsteilnehmer zu erhöhen.

Johannes Frey (Die Linke)

Dort wo es geht, ist dies immer zu befürworten. Wir setzen uns für getrennte Radwege ein, um den Radverkehr attraktiv und sicher zu machen. Kreuzungen möchten wir nach niederländischem Vorbild gestalten, sodass Abbiegevorgänge sicher sind. Radstreifen in Mittellage sehen wir besonders kritisch. Stattdessen setzen wir auf klare Radwege, die von Bereichen der Fußgänger*innen und der Fahrbahn getrennt sind.

Jonas Glüsenkamp (Grünes Bamberg)

Von 2020-2022 war ich Mobilitätsreferent der Stadt Bamberg. In dieser Zeit ist ein sehr fortschrittlicher Verkehrsentwicklungsplan beschlossen worden, der umgesetzt werden muss. Um dieses Ziel zu erreichen, werde ich als Oberbürgermeister um Mehrheiten im Stadtrat für die Belange des Radverkehrs werben und auf Verwaltungsebene alles voranreiben, was dort direkt getan werden kann.

Melanie Huml (CSU)

Ja. Der Ausbau einer sicheren Radverkehrsinfrastruktur ist für uns ein wichtiger Baustein moderner Mobilität. Gerade Kinder, Familien und ältere Menschen brauchen Wege, auf denen sie sich sicher bewegen können. Deshalb setzen wir auf eigene, sichere Radwege statt Provisorien, bessere Übergänge an Knotenpunkten und eine spürbare Verbesserung der Verkehrssicherheit im Alltag.
Ein Schwerpunkt ist dabei die Schulwegsicherheit: Sichere Wege, bessere Ausleuchtung, klare Markierungen und barrierefreie Übergänge müssen für Kinder und Familien selbstverständlich werden.

Claudia John (Freie Wähler)

Ich würde mir eine sichere Abtrennung des Radverkehrs wünschen. Gerade wenn man mit Kindern unterwegs ist, helfen auch Streifen auf der Straße wenig.

Sebastian Niedermaier (SPD)

Der Lückenschluss im Radwegenetz muss konsequent vorangetrieben werden. Radwege dürfen nicht abrupt enden und Radfahrende plötzlich ungeschützt in den fließenden Verkehr entlassen. An besonders problematischen Stellen, etwa dort, wo Schutzstreifen zu schmal sind oder unvermittelt enden, müssen sichere Lösungen gefunden werden. Wo bauliche Radwege oder Schutzstreifen nicht möglich sind, braucht es klare verkehrsrechtliche Regelungen wie durchgezogene Fahrstreifenbegrenzungen und Überholverbote für einspurige Fahrzeuge, insbesondere dort, wo ein sicheres Überholen aufgrund von Straßenführung oder Sichtverhältnissen nicht möglich ist.

Ralf Stöcklein (FDP)

Ich fahre jeden Tag Fahrrad. Wenn ich zum Arbeiten in München bin, genieße ich sehr die Radstrecken, wo komplette Fahrbahnen für den Radverkehr reserviert sind. Auch wenn in Bamberg vielleicht manches eine Nummer kleiner ist, will ich auf jeden Fall die gefährlichen Engstellen mit separaten Radfahrstreifen entschärfen – zum Beispiel in der Luitpoldstraße. Insgesamt muss die Radinfrastruktur massiv ausgebaut werden. Konkrete Ansatzpunkte sehe ich zum Beispiel im Zuge des Bahnausbaues, wo ich auf eine massiv verbesserte Radinfrastruktur setze – unter anderem mit neuen Radwegen in der Luitpoldstraße, am Pfisterberg, und am Bahnhof. Zudem benötigt Bamberg mehr Fahrradstellplätze.

Jürgen Weichlein (Bambergs Mitte)

Hans-Günther Brünker (Volt)

Ja. Entsiegelung und Begrünung verbessern Lebensqualität, Aufenthaltsqualität und Stadtklima und leisten einen wichtigen Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel.
Auch hier gilt: Ziel ist kein ideologischer Umbau des Straßenraums, sondern eine ausgewogene Neuverteilung zugunsten von mehr Lebensqualität, ohne einzelne Verkehrsteilnehmer pauschal auszuschließen.

Johannes Frey (Die Linke)

Die Entsiegelung von Flächen ist überfällig. Bamberg muss zur „Schwammstadt“ werden: Regenwasser soll versickern, statt in die Kanalisation zu fließen. Dafür brauchen wir wasserdurchlässige Pflastersteine, Gründächer, Fassadenbegrünung und mehr Bäume. Doch leider passiert im gesamten Stadtgebiet seit Jahren das Gegenteil. Auch der Ankauf von Grundstücken in der Nordflur zur Schaffung eines Gewerbegebietes wird einzig durch unseren Linken-Stadtrat im Finanzsenat nicht mitgetragen, da hier eine weitere Versiegelung von wertvollem Ackerboden geplant ist. Jeder Quadratmeter, der heute entsiegelt wird und entsiegelt bleibt, ist ein Gewinn für die Lebensqualität unserer Bürger*innen.

Jonas Glüsenkamp (Grünes Bamberg)

Ja. Unter dem von mir betreuten Projekt „MitMachKLima“ ist das an einigen Stellen in der Stadt auch schon geschehen. Dies muss ausgebaut werden.

Melanie Huml (CSU)

Ja – wo immer es sinnvoll und umsetzbar ist. Bamberg muss sich an den Klimawandel anpassen: mehr Grün, mehr Schatten und mehr Aufenthaltsqualität gehören dazu. Dabei geht es nicht zwangsläufig um große Umbauten, sondern um viele konkrete Bausteine, die in der Summe den Unterschied machen.
Wir wollen öffentliche Räume Schritt für Schritt aufwerten – zum Beispiel erweitern wir den Maßnahmenplan „Auf die Plätze!“ um den Bereich „Brunnen auf die Plätze!“. Dafür reaktivieren wir bestehende Brunnen und schaffen neue – darunter auch einen mobilen Brunnen am Maxplatz, der bei Veranstaltungen versenkt werden kann.
Wir sorgen auch für mehr Schatten durch zusätzliche Bäume, etwa mit einem eigenen Programm „Ein Baum für jedes neugeborene Kind“ und durch neue Baumreihen, beispielsweise entlang der nördlichen Zollnerstraße – immer im Dialog mit den betroffenen Anwohnerinnen und Anwohnern. Ergänzend legen wir ein Sonderprogramm zur Beschattung von Schulgebäuden und -höfen sowie von Kinderspielplätzen auf.

Claudia John (Freie Wähler)

Diese sehr globale Frage kann ich nicht genauso global beantworten. Es kommt sehr auf die Fläche an und in welcher Form begrünt werden soll.

Sebastian Niedermaier (SPD)

Ja - Der Klimawandel erfordert ein Umdenken in der Stadtplanung. Bamberg muss widerstandsfähiger gegen Hitze, Starkregen und Trockenheit werden. Iche setze deshalb konsequent auf die Prinzipien der Schwammstadt. Versiegelung soll vermieden, Entsiegelung
gezielt ausgebaut werden. Regenwasser soll dort gespeichert und genutzt werden, wo es anfällt, statt ungebremst in die Kanalisation zu fließen.

Ralf Stöcklein (FDP)

Grundsätzlich finde ich die Entsiegelung von Flächen großartig, wenn sie städtebaulichen Mehrwert bieten. Im Einzelfall muss geprüft werden, wo dies möglich ist. Ich setze mich auf jeden Fall für vorausschauende Stadtplanung ein. Die kahle Betonwüste des Platzes der Menschenrechte finde ich städtebaulich und unter dem Gesichtspunkt von Klimaanpassung zum Beispiel nicht gelungen – hier hat die Stadt viel Potential verschenkt.

Jürgen Weichlein (Bambergs Mitte)

Hans-Günther Brünker (Volt)

Ja. Mobilitätsstationen mit einem Mix aus Carsharing, Bikesharing, Lastenrädern und guter Anbindung an den ÖPNV sind ein zentraler Baustein moderner Mobilität. Als Mitglied von Ökobil e. V. weiß ich, wie solche Angebote das Miteinander der Verkehrsteilnehmer verbessern können, weil sie echte Alternativen schaffen – ohne ideologische Grabenkämpfe.

Johannes Frey (Die Linke)

Ja, denn auch das ist längst überfällig. Wir setzen uns für eine stärkere Vernetzung von ÖPNV, Carsharing und Leihangeboten in allen Stadtteilen ein. Dazu gehört auch die Förderung von Carsharing-Angeboten wie meiaudo, die Einrichtung von P&R-Parkplätzen mit Leihfahrrädern, sowie die Schaffung eines dezentralen Busnetzes. Damit wollen wir die Stadtteile stärker untereinander verbinden und damit kürzere Verkehrsbeziehungen schaffen.

Jonas Glüsenkamp (Grünes Bamberg)

Ja.

Melanie Huml (CSU)

Ja – wir unterstützen den Ansatz, Mobilität stärker ganzheitlich zu denken und die verschiedenen Verkehrsangebote besser miteinander zu verknüpfen. Unser Grundsatz ist: Alle Verkehrsarten sollen gleichberechtigt Platz haben – zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit Bus und Bahn sowie mit dem Auto.
Mobilitätsknotenpunkte werden wir schwerpunktmäßig dort weiterentwickeln, wo sie ins ganzheitliche Konzept passen. Ein zentrales Beispiel ist der geplante S-Bahn-Halt Bamberg-Süd, den wir zu einer Mobilitätsdrehscheibe ausbauen wollen.
Sharing-Angebote können dabei ein sinnvoller ergänzender Baustein sein. Aber auch die Park-&-Ride-Angebote in Bamberg müssen so gestaltet werden, dass der Wechsel auf den ÖPNV attraktiv und alltagstauglich ist.
Entscheidend ist für uns: Mobilitätsstationen sollen nicht isoliert entstehen, sondern bedarfsgerecht, wirtschaftlich tragfähig und im Dialog mit den Stadtteilen geplant werden.

Claudia John (Freie Wähler)

Ja

Sebastian Niedermaier (SPD)

Ja – Das Mobilitätskonzept der Stadtwerke Bamberg soll konsequent weiterentwickelt werden. Erfolgreiche Modelle müssen ausgewertet und – wo sinnvoll – auf weitere Stadtteile übertragen werden, um die Mobilität von morgen aktiv zu gestalten.

Ralf Stöcklein (FDP)

Ich finde die Idee gut und würde sie unterstützen, wenn die Initiative freiwillig, marktwirtschaftlich und bedarfsgerecht ist.

Jürgen Weichlein (Bambergs Mitte)

Hans-Günther Brünker (Volt)

Ja. Die Umstellung der Stadtbusflotte auf emissionsfreie Antriebe bis 2035 ist notwendig und sinnvoll. Sie dient dem Umwelt- und Gesundheitsschutz und kommt allen Verkehrsteilnehmern zugute – unabhängig davon, welches Verkehrsmittel sie bevorzugen.

Johannes Frey (Die Linke)

Ja, die Bamberger Linke hat sich mit ihrem Sitz im Aufsichtsrat konsequent dafür eingesetzt und gegen die Einführung des alternativen Treibstoffes HVO100 gestimmt. Die jährliche Gewinnabführung der Stadtwerke von 2-3 Mio. Euro an die Stadt muss gestoppt werden, damit die Mittel direkt in die Elektrifizierung der Flotte und den Ausbau der Ladeinfrastruktur fließen können. Eine komplette Umstellung bis 2035 ist mit dem aktuellen politischen Kurs zwar unrealistisch, aber wir werden alles daran setzen, den Prozess zu beschleunigen. Bamberg braucht einen zuverlässigen und sauberen ÖPNV!

Jonas Glüsenkamp (Grünes Bamberg)

Dies hängt von der Förderung auf Bundesebene ab. Es sollten keine Linien eingespart werden um in die Beschaffung (teurer, längere Abschreibungszeiträume) umzusteigen.

Melanie Huml (CSU)

Wir unterstützen die Umrüstung der Busflotte auf emissionsarme Antriebe und wollen diesen Weg konsequent vorantreiben. Das Ziel einer weitgehend emissionsfreien Busflotte unterstützen wir ausdrücklich.
Ob das Ziel der Klimaneutralität vollständig elektrisch oder in einem Mix aus Elektro-, Wasserstoff- und anderen emissionsarmen Antrieben erreicht wird, muss realistisch und gemeinsam mit den Stadtwerken geplant werden. Klar ist: Bamberg soll beim ÖPNV sauberer und zukunftsfähiger werden – ohne die Stadtwerke und die Fahrgäste finanziell zu überfordern.

Claudia John (Freie Wähler)

Ich möchte mich da nicht auf Elektrobusse festlegen, vielleicht gibt es auch andere gute Lösungen, wie beispielsweise Wasserstoff. Aber eine Abkehr von herkömmlichen Antriebstechnologien ist sinnvoll.

Sebastian Niedermaier (SPD)

Der Umstieg der Stadtwerke Bamberg auf Elektroantriebe soll konsequent vorangetrieben werden. Im Sinne von Nachhaltigkeit und verantwortungsvollem Ressourceneinsatz ist jedoch ein starres Zieldatum nicht sinnvoll. Busse, die mit moderner und emissionsarmer Dieseltechnologie ausgestattet sind, vorzeitig stillzulegen, wäre weder ökologisch noch wirtschaftlich vertretbar. Entscheidend ist ein schrittweiser, sinnvoller Übergang, der Umweltziele mit Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit verbindet.

Ralf Stöcklein (FDP)

Ich bin ein großer Fan von E-Mobilität. Bei den Stadtwerken möchte ich auf jeden Fall möglichst schnell kleine E-Busse für sensible Strecken in der Bamberger Altstadt einsetzen. Bei der Umstellung der gesamten Busflotte will ich den Stadtwerken kein konkretes Datum als Vorgabe machen, obwohl ich die Umstellung so bald wie möglich angehen möchte. Falls sich andere klimaneutrale Antriebe für die Busse eigenen, können aber auch diese technologieoffen genutzt werden.

Jürgen Weichlein (Bambergs Mitte)

Hans-Günther Brünker (Volt)

Ja. Die Stadtwerke Bamberg sollten eine aktive Rolle beim Ausbau öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur übernehmen. Dabei geht es nicht um eine einseitige Förderung einzelner Technologien, sondern um praktikable Lösungen, die unterschiedliche Mobilitätsbedürfnisse berücksichtigen.

Johannes Frey (Die Linke)

Ja, daran führt gar kein Weg vorbei. Die Stadtwerke müssen Ladeinfrastruktur für E-Busse und öffentliche Ladesäulen ausbauen. Wichtig ist uns dabei die Kooperation mit lokalen Akteur*innen, um die Ladeinfrastruktur dort auszubauen, wo sie dringend gebraucht wird.

Jonas Glüsenkamp (Grünes Bamberg)

Ja. Gleichsam sollte die Stadt Flächen für Schnellladesäulen an den Markt geben, wenn die Stadtwerke die Realisierung nicht in der notwendigen Geschwindigkeit wirtschaftlich abbilden können.

Melanie Huml (CSU)

Ja, wir werden den Ausbau von Ladestationen für E-Autos in Bamberg vorantreiben – etwa durch kostengünstige Laternenlader. Ziel ist eine flächendeckende Ladeinfrastruktur in ganz Bamberg. Die Stadtwerke sollen ein zentraler Akteur der Energiewende in Bamberg sein.

Claudia John (Freie Wähler)

Es muss nicht zwingend von den Stadtwerken realisiert werden. Es gibt auch viele andere Anbieter. Eine zu große Mischung mit vielen Ladekarten sorgt nur für Verwirrung. Die Stadt sollte sich aber für den Ausbau der Ladeinfrastruktur einsetzen.

Sebastian Niedermaier (SPD)

Ja. Die Stadtwerke Bamberg sollen Schnellladesäulen im Stadtgebiet realisieren und betreiben. Voraussetzung dafür ist jedoch eine klare Struktur und eine verbindliche Planung für den Ausbau der Ladeinfrastruktur. Ziel muss eine möglichst flächendeckende Versorgung im gesamten Stadtgebiet sein. Aktuell fehlt ein solches Gesamtkonzept, weshalb der Ausbau künftig strategisch, abgestimmt und bedarfsgerecht erfolgen muss.

Ralf Stöcklein (FDP)

Ja unbedingt – wir haben selbst ein kleines Elektroauto und die Ladesituation in Bamberg ist alles andere als gut. Besonders ärgerlich ist, dass es an einige Stellen zwar viele theoretisch verfügbare Ladesäulen gibt – diese aber zugangsgeschützt sind, zum Beispiel in den Parkhäusern auf der Lagarde.

Jürgen Weichlein (Bambergs Mitte)

Hans-Günther Brünker (Volt)

Ja. Ein leistungsfähiger ÖPNV ist das Rückgrat eines funktionierenden Mobilitätsmixes. Ich habe mich dafür bereits in meiner Rolle als Aufsichtsrat der Stadt Bamberg eingesetzt und möchte dieses Engagement fortführen – immer mit dem Ziel, ein verlässliches Angebot zu schaffen, das das Miteinander im Verkehr stärkt statt neue Konflikte zu erzeugen.

Johannes Frey (Die Linke)

Der konsequente Ausbau des ÖPNV hat für uns eine sehr hohe Priorität. Die aktuelle Linienführung, die den ZOB in den Mittelpunkt stellt, führt zu unnötigen Umwegen. Stadtteile wie Gaustadt, Wunderburg, Gereuth oder Michelsberg sind nur unzureichend an den Bahnhof angebunden. Die Stadtteile wie Wildensorg oder Kramersfeld sind gar vernachlässigt. Das muss sich ändern: Wir brauchen direkte Verbindungen zwischen den Stadtteilen, zu großen Arbeitgeber*innen und eine bessere Anbindung an den Fern- und Regionalverkehr.

Ein besonderes Anliegen ist uns die Taktverdichtung in Stoßzeiten sowie ein deutlich verbesserter Abend- und Nachtverkehr. Alle Stadtteile müssen auch nach Einbruch der Dunkelheit regelmäßig mit der Stadtmitte sowie dem Bahnhof verbunden sein. Zudem fordern wir kostenfreie Fahrten in der Innenstadt und rund um den Bahnhof, um den Umstieg auf den ÖPNV zu erleichtern. Parallel dazu muss der barrierefreie Ausbau aller Haltestellen und Busse vorangetrieben werden, denn Mobilität darf keine Hürden kennen.

Leider hat sich der Stadtrat 2023, mit Ausnahme unserer Fraktion, für eine Kürzung des Liniennetzes um 5% ausgesprochen. Wir haben uns als einzige Partei gegen diese Kürzungen gestemmt und kämpfen weiterhin für einen entschlossenen Kurswechsel: Bamberg braucht eine Verkehrswende, in der jeder Weg komfortabel, sicher und schnell zurückgelegt werden kann!

Jonas Glüsenkamp (Grünes Bamberg)

Ja. Insbesondere ist dafür notwendig, die Verkehre mit dem Landkreis noch besser zu synchronisieren und im bestenfalls ein integriertes, durch die Stadtwerke bewirtschaftetes Liniensystem in Stadt und Landkreis zu etablieren.

Melanie Huml (CSU)

Ja. Wir wollen den Busverkehr attraktiver machen und das Stadtbusnetz gezielt weiterentwickeln – mit besseren Querverbindungen zwischen den Stadtteilen, kürzeren Wegen und einer stärkeren Entlastung des Zentrums. Damit der öffentliche Nahverkehr im Alltag konkurrenzfähiger wird.
Ein konkreter Ansatz ist auch: Park-&-Ride muss wieder so funktionieren, dass Umsteigen wirklich attraktiv wird. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass Busse von den P&R-Anlagen wieder kostenfrei in die Innenstadt fahren und das Parken dort unentgeltlich ist.
Außerdem prüfen wir moderne Beförderungsmittel und bereiten Bamberg auf zukünftige Mobilitätsformen vor. Dazu gehören Pilotprojekte mit selbstfahrenden (Mini-)Bussen und die Prüfung einer urbanen Seilbahn als Ergänzung zum bestehenden ÖPNV.
Gemeinsam mit dem Landkreis verwirklichen wir einen regionalen Omnibusbahnhof im Bahnhofsumfeld und prüfen eine bessere Ost-West-Verbindung des Landkreisverkehrs durch die Stadt, zum Beispiel von Scheßlitz über Bamberg nach Burgebrach.

Claudia John (Freie Wähler)

Ja, eine Ringbuslinie ist dringend notwendig.

Sebastian Niedermaier (SPD)

Der öffentliche Personennahverkehr bildet das Rückgrat der städtischen Mobilität. Das bestehende Busnetz der Stadt Bamberg ist funktional und deckt den überwiegenden Mobilitätsbedarf der Bevölkerung ab. Gleichzeitig sehe ich deutliches Verbesserungspotenzial, um den ÖPNV noch attraktiver, schneller und verlässlicher zu gestalten. Das heutige Liniennetz ist stark auf das Stadtzentrum ausgerichtet. Nahezu alle Linien führen über den Zentralen Omnibusbahnhof, selbst dann, wenn Wege lediglich von einem Stadtteil in den nächsten zurückgelegt werden sollen. Diese Struktur verursacht unnötige Umwege, kostet Zeit und ist im Alltag unpraktisch.

Deshalb setze ich mich für eine Weiterentwicklung des bestehenden Sternsystems ein. Neben den zentralen Linienverbindungen soll ein ergänzendes Kreuzungssystem aufgebaut werden, bei dem sich Linien auch in den Außenbereichen der Stadt kreuzen. So entstehen direkte Querverbindungen zwischen Stadtteilen, Wege werden verkürzt und das Zentrum wird entlastet. Der ÖPNV wird damit alltagstauglicher und konkurrenzfähiger.

Ralf Stöcklein (FDP)

Ja – insbesondere müssen in Zusammenarbeit mit dem Landkreis auch die Busverbindungen in das Umland verbessert werden.

Jürgen Weichlein (Bambergs Mitte)

Hans-Günther Brünker (Volt)

Ja. Parkraumbewirtschaftung ist ein notwendiges Steuerungsinstrument, muss aber maßvoll und sozial ausgewogen eingesetzt werden. Es geht nicht darum, Autofahrer zu bestrafen, sondern um eine faire Nutzung des knappen öffentlichen Raums und um Anreize für ein besseres Zusammenspiel aller Verkehrsmittel.

Johannes Frey (Die Linke)

Die aktuellen Parkgebühren in Bamberg sind durch bayerische Vorgaben auf dem höchsten möglichen Niveau gedeckelt. Das bedeutet, dass die Stadt Bamberg derzeit keine Möglichkeit hat, die Gebühren weiter zu erhöhen. Allerdings gibt es andere Wege, um den Autoverkehr in der Innenstadt zu regulieren.

Ein wichtiger Schritt wäre die Erhöhung der Mitarbeitenden im Parküberwachungsdienst, wie es das Fachamt seit Jahren fordert. Leider verhindert der von den großen Fraktionen erlassene Einstellungsstopp bei der Stadt diese notwendige Maßnahme.
Wir setzen uns weiterhin im Land dafür ein, dass Städte und Gemeinden mehr Entscheidungsbefugnisse erhalten, um selbst regulieren zu können. Dies würde es uns ermöglichen, die Gebühren für Anwohnerparkausweise als Steuerungsinstrument nutzen zu können.

Entscheidend ist aber: Höhere Gebühren allein lösen das Problem nicht. Wir müssen gleichzeitig die Attraktivität der Alternativen steigern, wie in unseren Antworten auf die vorherigen Fragen und im Wahlprogramm beschrieben. Nur durch ein Gesamtkonzept aus ÖPNV-Ausbau, Radverkehrsförderung und autoarmen Zonen gelingt die Verkehrswende.

Jonas Glüsenkamp (Grünes Bamberg)

Parkgebühren: Sind kürzlich erst erhöht worden um den Busverkehr zu finanzieren. Anwohnergebühren: Sind vom Freistaat Bayern fatalerweise gesetzlich gedeckelt.  

Melanie Huml (CSU)

Parkraumpolitik darf in Bamberg nicht ideologisch geführt werden, sondern muss Teil eines fairen Gesamtkonzepts sein.
Wir setzen auf intelligente Verkehrssteuerung, weniger Suchverkehr und stimmige Parkraumkonzepte für jeden Stadtteil, statt auf pauschale Belastungen.
Mobilität ist Voraussetzung für Teilhabe, Lebensqualität und wirtschaftliche Stärke. Handwerk, Pflege, Familien oder Menschen mit eingeschränkter Mobilität sind immer wieder auch auf das Auto angewiesen. Daher werden wir tragfähige Lösungen im Dialog mit den Betroffenen entwickeln, um Innenstadt-Erreichbarkeit, Handel, Anwohnerinteressen und Klimaziele fair auszutarieren.

Claudia John (Freie Wähler)

Nein, das halte ich für falsch. Gerade für Anwohner ist ein Parkplatz unerlässlich. Eine Optimierung über Quartiersgaragen wäre eine Idee. Jedoch sollte jeder die Möglichkeit haben, in der Nähe seines Hauses zu parken.

Sebastian Niedermaier (SPD)

Nein. Die Parkgebühren in den städtischen Parkhäusern sind bereits sehr hoch. Eine weitere Erhöhung würde vor allem die Bürgerinnen und Bürger belasten, die auf das Auto angewiesen sind. Auch höhere Gebühren für Anwohnerparkausweise sind angesichts der stark gestiegenen Lebenshaltungskosten in unserer Region nicht vertretbar. Als Sozialdemokrat stehe ich für eine Mobilitätspolitik, die sozial ausgewogen bleibt und nicht über pauschale Kostensteigerungen auf dem Rücken der Menschen gesteuert wird.

Ralf Stöcklein (FDP)

Nein. Für mich ist individuelle Mobilität Freiheit. Ich persönlich fahre fast ausschließlich Fahrrad und Zug. Die Möglichkeit, sich unabhängig und eigenverantwortlich zu bewegen, ist unschätzbar wertvoll. Daher muss die Erreichbarkeit der Innenstadt für den Individualverkehr erhalten werden – auch zum Wohle der Lebendigkeit der Innenstadt und der Geschäfte dort. Gleichzeitig ist Autofahren die ressourcenintensivste Verkehrsnutzung in Ballungsräumen. Daher will ich Anreize über eine massiv verbesserte Rad- und ÖPNV-Infrastruktur setzen.

Jürgen Weichlein (Bambergs Mitte)

Hans-Günther Brünker (Volt)

Ja. Geschwindigkeitsreduzierungen entfalten ihre positiven Wirkungen nur, wenn sie eingehalten werden. Ziel ist dabei nicht Repression, sondern mehr Sicherheit, weniger Lärm und ein respektvolles Miteinander aller Verkehrsteilnehmer.

Johannes Frey (Die Linke)

Ja, die Möglichkeiten in diesem Bereich sollten ausgeweitet werden. Tempo 30 muss im gesamten Innenstadtgebiet gelten, mit Ausnahme der Ringstraßen, auf denen Tempo 50 sinnvoll ist. Um diese Regelungen wirksam durchzusetzen, möchten wir neben Überwachung aber auch präventive Maßnahmen realisieren. Wir schlagen bauliche Veränderungen vor, die das Tempo automatisch reduzieren: Fußgängerüberwege (Zebrastreifen, Ampeln) sollen auf Gehsteigniveau angehoben werden. Dadurch müssen Autos beim Heranfahren auf unter 30 km/h abbremsen, was nicht nur die Sicherheit erhöht, sondern die Stadt auch barriereärmer für Fußgänger*innen, Rollstuhlfahrer*innen und Eltern mit Kinderwagen macht.

Jonas Glüsenkamp (Grünes Bamberg)

Ja.

Melanie Huml (CSU)

Ja. Wir machen Verkehrssicherheit zur obersten Priorität. Besonders die Schulwege müssen für unsere Kinder sicher sein, aber auch andere schwächere Verkehrsteilnehmer haben wir im Blick.
Temporeduzierungen und die Überwachung neuralgischer Punkte sind für uns dabei nur ein Baustein. Wir wollen die Schulwege und wichtige Verbindungen insgesamt spürbar verbessern: durch eigene, sichere Radwege statt Provisorien, bessere Ausleuchtung, abgesenkte Bordsteine sowie eine konsequente Schlaglochoffensive mit vorausschauender 5-Jahres-Planung.

Claudia John (Freie Wähler)

Ist mit Überwachung klassisches Blitzen gemeint? Ja, das fände ich sinnvoll.

Sebastian Niedermaier (SPD)

Ja. Die Überwachung von Geschwindigkeitsbegrenzungen ist ein wichtiger Baustein, um die Sicherheit schwächerer Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten. Gerade im Umfeld von Schulen und Kindergärten hat der Schutz von Kindern oberste Priorität. Geschwindigkeitskontrollen dienen hier nicht der Bestrafung, sondern der Prävention und der Rücksichtnahme im Straßenverkehr.

Ralf Stöcklein (FDP)

Aus meiner Sicht sind Geschwindigkeitsreduzierungen sinnvoll, wenn sie dem Schutz schwächerer Verkehrsteilnehmer dienen oder Lärm und Emissionen reduzieren. Für mich entsteht Akzeptanz durch Nachvollziehbarkeit, Verhältnismäßigkeit und gezielte Kontrollen. Flächendeckende pauschale Überwachung lehne ich ab.

Jürgen Weichlein (Bambergs Mitte)

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